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Schweißdrüsenentfernung (Saugkürettage)

Viele Menschen leiden unter einem übermäßigen, temperaturunabhängigen, unkontrollierbaren Schwitzen im Achselbereich. Mit Hilfe einer modifizierten sehr oberflächlichen Fettabsaugung der Achselhöhlen in örtlicher Betäubung gelingt es, einen Grossteil der Schweißdrüsen in diesem Bereich zu entfernen und dadurch die axilläre Schweißproduktion dauerhaft auf ein normales Ausmaß zu reduzieren.

Anwendungsgebiete

Die Behandlung eignet sich vor allem für Patienten, bei denen bereits in Ruhe ohne wirkliche körperliche Belastung und vollkommen unabhängig von der Temperatur, evtl. ausgelöst durch Emotionen, scharfe Speisen oder Alkohol anfallsartige Schweißausbrüche auftreten, die sich vorwiegend auf die Achselhöhlen beschränken. Die Ursache für diese sogenannte "Hyperhidrose" ist nicht eine Vermehrung der Schweißdrüsen in der Achselregion sondern eine Störung in der Regulation der Schweißdrüsen. Da in diesen Fällen schweißhemmende Substanzen, wie z.B. Aluminiumchlorid-haltige Deos, nahezu ohne Wirkung sind, stellt dieses krankhafte übermäßige Schwitzen für die Betroffenen ein nicht zu unterschätzendes soziales und emotionelles Problem dar. Die großen nassen Flecken oder sogar ringförmigen Salzablagerungen in der Kleidung sind sehr störend.

Vorbehandlung

Verzichten Sie bitte zwei Wochen vor der Behandlung auf die Einnahme Azetylsalizylsäure-haltiger Schmerzmittel wie Aspirin, um das Risiko von Blutergüssen zu minimieren.

Behandlung

Wir führen diesen Eingriff ambulant und in örtlicher Betäubung durch: Nach Markierung und Rasur des behaarten Bereiches (die Schweißdrüsen konzentrieren sich auf den behaarten Bereich) werden pro Achselhöhle etwa 250ml einer stark verdünnten Betäubungsmittellösung mit Hilfe einer Infiltrationspumpe in das Unterhautfettgewebe eingespritzt. Die etwa 3-4mm kleinen Hautschnitte werden so an den Rand der Achselhöhle gelegt, dass sie später praktisch nicht auffallen. Durch das Aufblähen des Gewebes mit Betäubungsmittellösung (Tumeszenz-Anästhesie) wird das Gewebe weicher. Der ohnehin schon große Sicherheitsabstand zu den in der Tiefe liegenden größeren Gefäßen, Nerven- und Lymphbahnen wird noch weiter vergrößert. Daher werden das Ausmaß der Blutung während und die Schwellung nach der Operation enorm vermindert.

Anschließend werden die Schweißdrüsen mit Hilfe einer speziell geformten, etwa 3mm dicken Saug-Raspel-Kanüle, die mit einer Vakuumpumpe verbunden ist, dicht unter der Hautoberfläche abgeraspelt und abgesaugt. Jedes Areal wird dazu überlappend von verschiedenen Winkeln aus fächerförmig behandelt. Da ein Teil der Schweißdrüsen auch in der unteren Schicht der Lederhaut liegt, wird die Lederhaut anschließend noch über dieselben Schnitte mit einem scharfen Löffel von innen her ausgekratzt. Damit die in den entstandenen Hohlräumen unter der Haut verbliebene Flüssigkeit ablaufen kann, werden die kleinen Hautschnitte nach der Behandlung nicht vernäht sondern nur mit einem Klammerpflaster und einem sterilen Pflaster versehen. Mit Hilfe von Saugkompressen wird ein leichter Druckverband angelegt, um die Schwellungen und Schmerzen zu vermindern und ein Anmodellieren der Haut zu bewirken. Er sollte etwa einen Tag verbleiben.

Nachbehandlung

Aufgrund der örtlichen Betäubung werden die betroffenen Hautareale noch einige Stunden lang taub sein. Wenn die Wirkung nachläßt, können am ersten Tag leichte Schmerzen oder Mißempfindungen auftreten, die Sie im Bedarfsfall mit Ibuprofen Tabletten mindern können. Wegen der Gefahr von Nachblutungen sollten Sie kein Aspirin (Acetylsalicylsäure) einnehmen! Innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Eingriff wird aus den Wunden noch etwas Flüssigkeit (vorwiegend Reste der eingespritzten Kochsalzlösung) abgesondert. Um das Risiko einer Wundinfektion zu minimieren, empfehlen wir Ihnen in den ersten fünf Tagen die Einnahme eines Antibiotikums (Ciprofloxacin 500mg Tabletten 2x1).

Da die Methode nur dann eine dauerhafte Wirkung zeigt, wenn die Schweißdrüsen sehr gründlich abgesaugt und kürettiert werden, treten im Behandlungsareal in nahezu jedem Fall Blutergüsse und Schwellungen auf, die jedoch nahezu schmerzfrei sind. In den ersten beiden Tagen nach dem Eingriff empfehlen wir daher zur Abschwellung die Einnahme von Ibuprofen 400 oder 600mg Tabletten 2x1. Duschen ist bereits ab dem 1. Tag nach der Operation erlaubt. Bis die Einstichstellen gut zugeheilt sind (etwa 4. oder 5.Tag), sollten die Klammerpflaster und sterilen Pflaster täglich gewechselt werden. Eine Kontrolluntersuchung in unserer Praxis ist für den ersten Tag nach dem Eingriff vorgesehen.

Nach einer Woche gehen die Blutergüsse und Schwellungen zurück. Die behandelten Stellen verhärten sich, sind aber in der Regel weiterhin nahezu schmerzfrei. Mit Hilfe einer regelmäßigen leichten Massage bilden sich die Verhärtungen aber innerhalb einiger Wochen vollkommen zurück. Massive Bewegungen im Schultergelenk wie z.B. beim Tennisspielen oder Heben schwerer Lasten sollten in der ersten Woche unterbleiben. In der Regel können die Patientinnen und Patienten aber direkt nach dem Eingriff wieder am Alltagsleben teilnehmen. Die meisten Patienten gehen bereits nach 1-2 Tagen wieder zur Arbeit. Leichte Bürotätigkeiten sind schon am ersten Tag kein Problem.

Behandlungsergebnis

Minimalziel der Behandlung ist eine Normalisierung des Schwitzens. Da durch die Saugkürettage nie alle Schweißdrüsen entfernt werden können, verbleibt eine geringe Restfunktion. Nach 4-8 Wochen, nach anfangs meist absoluter Trockenheit, kommt es normalerweise wieder zu einem leichten Schwitzen bei Anstrengung, nun jedoch in einem geringen bis normalen Ausmaß. Dieses Ergebnis ist dauerhaft. Nur in seltenen Fällen (etwa 5%) muß ein zweiter Eingriff erfolgen. Bei 1-2% ist auch dieser zweite Eingriff wirkungslos.

Risiken und Nebenwirkungen

Es handelt sich um ein minimal-invasives Verfahren, dessen Risiken nicht sehr groß sind. Kleinere oder größere Einblutungen bilden sich innerhalb von 2 bis 6 Wochen von selbst zurück. Stärkere Nachblutungen, die eine Nachoperation erforderlich machen, treten nahezu nie auf. Nur sehr selten (v.a. bei zu starken Bewegungen im Schultergelenk) bildet sich innerhalb der ersten Woche eine mit Wundheilflüssigkeit gefüllte Zyste (Serom), die bis zu ihrer spontanen Eintrocknung abpunktiert werden sollte. Das Risiko örtlicher Infektionen wird durch die perioperative Einnahme eines Antibiotikums und durch die ausschwemmende Wirkung der Tumeszenz-Anästhesie minimiert. Sollte es aber dennoch nach der Saugkürettage zu starken Schmerzen, Fieber, Blutung oder Rötungen im Behandlungsareal kommen, sollten Sie sich unverzüglich mit uns telefonisch in Verbindung setzen und/oder direkt zu uns in die Praxis kommen. Gelegentlich entsteht durch Verletzung kleiner Hautnerven ein vorübergehendes einige Monate andauerndes Taubheitsgefühl der Haut. Eine Minderung des Haarwuchses in der Achselhöhle ist relativ häufig, aber in den meisten Fällen nicht störend. Da sich Gewebsreaktionen nie genau vorhersagen lassen, muß nach der Operation mit kleinen Unregelmäßigkeiten der Hautkontur gerechnet werden, die sich aber innerhalb von einigen Monaten meist spontan zurückbilden. Die kleinen in den Achselhöhlen gut versteckten Narben sehen zunächst wie kleine Mückenstiche aus, sind aber nach einigen Monaten nahezu unsichtbar. In sehr seltenen Fällen bilden sich kleine Areale, in denen die Haut unterversorgt geblieben ist, so dass sie teilweise oder in Gänze abstirbt (Nekrosenbildung). Normalerweise kommt es zur spontanen Abheilung der betroffenen Areale. Gelegentlich ist eine Nekrosenabtragung erforderlich. Überempfindlichkeit bzw. Allergien auf Medikamente, die in der Flüssigkeit enthalten sind, führt schlimmstenfalls zu Übelkeit, Atemnot oder Kreislaufreaktionen. Schwerwiegendere allergische Reaktionen sind aber extrem selten.

Gegenanzeigen

Bei akuten Hautinfektionen im Behandlungsareal, Diabetes, krankem Immunsystem und Neigung zu Wundheilungsstörungen sollte das Verfahren nicht oder nur unter strengsten Vorsichtsmaßnahmen angewandt werden.

Behandlungspreise

Eine Saugkürettage der Schweißdrüsen in der Achselhöhle kostet bei uns inkl. Vorbesprechung und aller Nachuntersuchungen 1200,- €.